Freitag, 11. April 2014

Dune - Der Wüstenplanet: Butlers Djihad

Cover Art der deutschen Ausgabe von "Butlers Djihad" von Frank Lewecke  (Quelle)
Dass "Dune" von Frank Herbert ein Meisterwerk der Science Fiction ist, muss wohl nicht mehr erwähnt werden. Das Original ist völlig zu Recht ein absoluter Klassiker und hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt. Auch die Fortsetzungen "Der Herr des Wüstenplaneten" sowie "Die Kinder des Wüstenplaneten" sind nicht zuletzt deswegen absolut sehenswert, dass die den ersten Band komplett demontieren und dessen vordergründige Aussage damit völlig ins Gegenteil verkehren. Es ist ein geniales Stück Literatur, das dem Leser vor Augen hält, dass Fanatismus und Diktatur schlussendlich immer böse enden. Und auch wenn die Geschichte ab dem vierten Band zunehmend abstrakt und verwirrend wird, so bildet doch die Reihe in ihrer Gesamtheit einen faszinierenden Blick auf ein außerordentlich dicht gestaltetes Universum, das sich stark von den meisten anderen Science Fiction-Settings unterscheidet.

Nachdem die Reihe bekanntlich mit dem Tod des Autors ein vorzeitiges Ende gefunden hatte, begann sein Sohn Brian Herbert, das Universum fortzusetzen, zunächst vor Allem in Form von Prequels und Begleitbüchern, mittlerweile allerdings auch mit direkten Fortsetzungen, die die Geschichte zu Ende bringen sollen. Ich selbst kenne zunächst mal die sechs originalen Bände von Frank Herbert, auch wenn es mittlerweile bereits über zehn Jahre her ist, dass ich sie gelesen habe. Und auch wenn ich damals womöglich noch etwas zu jung war, um sie in ihrer ganzen Tragweite zu verstehen, insbesondere die späteren Teile, haben sie mich doch nachträglich beeindruckt und geprägt. Bis heute lässt mich dieses Universum nicht los, und auch wenn ich seitdem nicht mehr dazu gekommen war, die Bücher wieder zu lesen, und in der Zwischenzeit nur die (meiner Meinung nach weitgehend gelungenen) Fernseh-Verfilmungen der ersten drei Bände als Erinnerungsauffrischung hatte, so hatte ich dies doch seit Langem schon wieder ins Auge gefasst.

Nun hatte ich kürzlich beschlossen, das mal anzugehen. Dabei wollte ich auch die nachträglich erschienenen Prequel-Bände von Brian Herbert und Kevin J. Anderson einbeziehen, von denen ich bis dato nur den ersten Band, "Butlers Djihad" gelesen hatte, und das auch bereits vor ziemlich genau zehn Jahren. Diese Reihe hat keinen besonders guten Ruf, gerade im Vergleich mit den unerreichten Originalen, jedoch heißt das ja nicht, dass die Bücher unbedingt schlecht sein müssen. Ich war jedenfalls beim nunmehr erneuten Lesen positiv überrascht, wie gut mir dieser erste Band auch heute noch nicht nur von der Beschreibung des Universums, sondern auch von der Geschichte her gefiel. Die philosophische Tiefe des Originals wird zwar nicht annähernd erreicht, jedoch bin ich der Meinung, dass dieses Buch durchaus eine Reihe von interessanten Fragen aufwirft und dabei gleichermaßen das Original ehrt wie sich auch als eigenständiges Werk davon abgrenzt. Ob die beiden nachfolgenden Bände dies fortführen können, wird sich für mich natürlich erst noch zeigen. Auf jeden Fall ist "Butlers Djihad" in meinem Augen im Vergleich zum Original "Dune" und seinen Fortsetzungen deutlich besser als "Die Dunkle Bedrohung" im Vergleich zur Original-Star-Wars-Trilogie. Und dieses unsägliche Machwerk stammt immerhin vom selben Autor*!

Um dem eigentlichen Hauptthema des Blogs gerecht zu werden, möchte ich gerne etwas näher auf das Universum eingehen, in dem die Geschichte spielt. Da dies nicht unbedingt als Buchrezension im klassischen Sinne gedacht ist, sondern mehr als allgemeine Gedanken zum Werk und dem Setting, könnte es durchaus ein paar SPOILER geben.

Das Original-"Dune" präsentiert dem Leser ein Universum, das grundlegend anders ist als die meisten (mir) bekannten Science-Fiction-Settings. Zwar wird auch hier eine hochtechnisierte menschliche Kultur von interstellaren Ausmaßen beschrieben, die große Besonderheit jedoch stellt die praktisch völlige Abwesenheit hochentwickelter Computersysteme dar. Somit liegt der Fokus der Bücher auch nicht auf der Technologie, sondern auf der Menschheit und ihrer Entwicklung. Und so stehen im Dune-Universum auch die sogenanten "Mentaten" an der Stelle der Maschinen, menschliche Denker, die durch spezielles Training in der Lage sind, die Aufgaben von Computern zu übernehmen, jedoch ohne deren Einschränkungen, die aus ihrer strikt logisch-mathematischen Arbeitsweise resultieren. Auf der anderen Seite stehen die Navigatoren der Raumfahrergilde, die durch die bewusstseinserweiternde Droge "Spice", der in den Original-Büchern eine zentrale Bedeutung zukommt, in der Lage sind, komplexe Berechnung zur Krümmung des Raums vorzunehmen, wodurch buchstäblich in einem Augenblick gewaltige Entfernungen zurückgelegt werden können. Die Erklärung innerhalb des Dune-Universums dafür, dass keine Computer zum Einsatz kommen, lautet, dass vor langer Zeit (Jahrtausende vor den Ereignissen des Buches, allerdings immer noch Jahrtausende in der Zukunft, von unserer realen Perspektive betrachtet) intelligente Maschinen die Menschheit versklavt hatten, nachdem diese sich zu sehr auf diese verlassen hatte und träge und antriebslos wurde. Das alleine ist schon ein überaus interessantes Konzept für ein Buch, das in den 1960er Jahren erschien, wenn man bedenkt, dass die Computertechnologie damals noch sehr neu war und intelligente Maschinen im wahrsten Sinne noch Zukunftsmusik waren, während diese Möglichkeit heute bereits wesentlich greifbarer sein dürfte, da Computer bereits jeden Bereich des täglichen Lebens durchwirken und man heute schon sagen könnte, dass sie eines gewisse Kontrolle über uns haben.

Darstellung des alten Imperiums im
Prolog der Dune-Verfilmung von 1984 (Quelle)
Der große Krieg, der der Maschinenherrschaft schließlich ein Ende bereitet hatte und zur vollkommenen Ächtung von Computern und Robotern aller Art führte, wird als "Butlers Djihad" bezeichnet und steht nun im Mittelpunkt der neueren "Legenden"-Triloge - der erste Band trägt ihn sogar im Titel. Er beginnt mit einer Zusammenfassung der Ereignisse, die in noch fernerer Vergangenheit dazu geführt haben (ca. 1.000 Jahre vor Beginn des Buches und ca 11.000 Jahre vor dem Original-Dune), dass es zwei Mächte im Dune-Universum gibt: Die Liga der Edlen, die die traurigen Überreste des alten Menschenimperiums darstellen und die Synchronisierten Welten der Maschinen, die unter der Kontrolle des Computer-Allgeistes Omnius stehen. Als die Menschen des alten Imperiums so abhänging von Technologie geworden waren, dass sie jeglichen Eigenantrieb verloren hatten und nur noch vor sich hin vegetierten, erhoben sich die sogenannten Titanen, angeführt von einem Mann namens Tlaloc, um sie aus ihrer Starre zu reißen und die Menschheit wieder zu alter Größe zu führen. Um sich herum scharte Tlaloc weitere Gleichgesinnte, die sich nach antiken Göttern und Helden benannten, wie Agamemnon, Ajax, Xerxes und Juno, und sie läuteten die Ära der Titanen ein, in der sie über die Menschheit herrschten. Dies konnten sie erreichen, indem sie die  Maschinen dazu brachten, sich gegen ihre Herren zu wenden, und dadurch gelang es den Titanen für ein Jahrhundert, mit eiserner Hand die Galaxis zu beherrschen. In dieser Zeit, nachdem der erste Titan Tlaloc bei einem Unfall ums Leben kam, ließen sich die Übrigen Titanen zu sogenannten Cymeks konvertieren, körperlose Gehirne, die auf verschiedene Maschinenkörper zurückgreifen können, um mit der Umgebung zu interagieren. Darin liegt eine gewisse Ironie: Im Bestreben, die Menschheit von ihrer Abhängigkeit von Maschinen zu befreien, werden die Titanen selbst zu Maschinen, die damit zwar praktisch Unsterblichkeit erlangen, jedoch nach und nach ihre Menschlichkeit einbüßen. Tatsächlich ist die Ära der Titanen eine Zeit der grausamen Gemetzel unter den Menschen, da die Titanen keine Opfer scheuen, um ihr Ziel zu erreichen. Nach einem Jahrhundert unterläuft einem von ihnen jedoch ein folgenschwerer Fehler: er erlaubt den Maschinen, die ihnen bisher als Werkzeuge dienten, zu große Freiheiten und erschafft dadurch den Computer-Allgeist Omnius, der prompt beginnt, die von den Titanen beherrschten Planeten zu übernehmen und die dort lebenden Menschen zu versklaven. Die ursprüngliche Programmierung durch den Titanen Barbarossa verhindert zwar, dass Omnius die Titanen selbst vernichtet, jedoch sind sie machtlos gegen die Übermacht der Maschinen und werden somit selbst zu seinen Sklaven.

Erasmus mit einem Cymek-Titanen (Quelle)
Die eigentliche Handlung setzt neunhundert Jahre nach dem Erwachen von Omnius ein. Die Liga der Edlen und die Synchronisierten liegen in einem instabilen Gleichgewicht, in dem es den Menschen mit Hilfe von hochentwickelten Störschilden zwar gelingt, die zögerlichen Angriffe der Maschinen auf die freien Welten abzuwehren, sie jedoch ein Dasein fristen, das von ständiger Angst und Hoffnungslosigkeit, über die Maschinen zu triumphieren, geprägt ist. In dieser Ausgangslage wird die Geschichte von Xavier Harkonnen und seiner jungen Verlobten Serena Butler erzählt, die nach einem knapp abgewehrten Angriff auf ihre Heimatwelt Salusa Secundus und der Übernahme des Planeten Giedi Primus durch Omnius beschließt, nicht mehr tatenlos zuzusehen, wie nach und nach die Menschenwelten unter die Kontrolle der Maschinen geraten, sondern zurückzuschlagen und Omnius die nach dem Angriff noch instabile und verwundbare Welt Giedi Primus zu entreißen. In einer nicht offiziell abgesegneten Mission mit nur wenigen überzeugten Unterstützern gelingt es Serena tatsächlich, die Rückeroberung durch die Liga der Edlen zu ermöglichen, wird jedoch von den Maschinen gefangen genommen und zur Erde gebracht, dem Zentrum der Synchronisierten Welten. Hier erkennt sie nicht nur das gesamte Ausmaß der Situation, in der sich die menschlichen Sklaven befinden, was sie in ihrem Bestreben, die Maschinen zu bekämpfen bestärkt, sondern macht auch Bekanntschaft mit dem selbständigen Roboter Erasmus, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen zu erforschen und der von ihr außerordentlich fasziniert ist, da sie völlig anders ist als die Sklaven, mit denen er sonst experimentiert.

Während in den Originalen "Dune"-Romanen wie gesagt die Technologie in den Hintergrund rückt, um den Fokus besser auf die Menschheit rücken zu können, hat "Butlers Djihad" einen anderen, ebenfalls interessanten Ansatz: Die Menschheit im Kontrast zu den Maschinen. Dabei wird deutlich, dass es viele große Unterschiede zwischen beiden Seiten gibt, jedoch auch die Eine oder andere Gemeinsamkeit. Und auch, wenn die Maschinen im Verlauf des Buches oftmals in gewisser Weise zu menschlich agieren und wirken so liegt doch der Fokus eines ganzen Handlungsstranges darauf, dass es den Maschinen trotz ihrer nahezu unendlichen Ressourcen nicht möglich ist, das menschliche Wesen zu begreifen oder nachzuahmen. Während der Allgeist Omnius selbst von der Überlegenheit der Maschinen überzeugt ist und die menschlichen Sklaven auf den Synchronisierten Welten als unnützes Ungeziefer betrachtet, ist der selbständige Roboter Erasmus besessen von der Idee, die Menschen zu verstehen. Doch egal wie viel Zeit die nicht dem Altern unterworfene Maschine mit der Erforschung der Menschen verbringt und egal wie viele noch so bizarre und nicht selten grausame Experimente er mit ihnen vornimmt, er kommt dem eigentlichen Ziel seiner Bemühungen keinen Schritt weiter, und entdeckt hinter jeder geöffneten Tür bloß noch weitere Rätsel der menschlichen Natur. Als nicht unter der Herrschaft der Maschinen aufgewachsene Frau ist die starke und unabhängige Serena Butler für ihn ein außerordentlich interessantes Forschungsobjekt, umso mehr, da sie kurz nach ihrer Ankunft auf der Erde erfährt, dass sie von ihrem Verlobten Xavier ein Kind erwartet, welches sie in Erasmus' Haus, in dem sie untergebracht ist, zur Welt bringt und aufzieht, bis der unabhängige Roboter beschließt, dass es Zeit ist, diese Phase des Experiments zu beenden und das Kind zu töten, worauf es auf der Erde zu einer Sklavenrebellion kommt, angeführt durch den menschlichen Aufseher Ibis Ginjo. Ironischerweise hatte Erasmus selbst den Samen für diese Rebellion gelegt, in dem er Ginjo und anderen Aufsehern gefälschte Nachrichten über Widerstandsbewegungen im Untergrund hatte zukommen lassen. Der Tod von Serenas Sohn Manion und die dadurch ausgelöste Revolte auf der Erde ist somit der Anfang des titelgebenden Djihads gegen die Maschinen.

Die Cymeks stellen als dritte Partei neben der Liga der Edlen und den Maschinen unter dem Allgeist Omnius sicherlich die tragischste Fraktion dar. Ehemals die Beherrscher der Galaxis, sehen sich die einstigen Titanen zur Untätigkeit in Diensten des Allgeistes verdammt. Wenngleich sie diesen auch verachten, so gibt es für sie keine Alternative als ihm zu dienen, und so sind sie, die ursprünglich die Menschheit aus ihrer Agonie befreien wollten nun ihrerseits zu nicht enden wollendem Stillstand und dem Schwelgen im Ruhm vergangener Tage verdammt. Sie verbringen die meiste Zeit damit, von menschlichen Sklaven gewaltige Monumente erbauen zu lassen, die von ihrer rückblickend ruhmreichen Vergangenheit zeugen, und sich zugleich am Leid der Sklaven zu ergötzen, die sie ihrerseits als niederes Ungeziefer betrachten. Somit wurden die einstigen Titanen gleichermaßen zu den Rettern wie den Unterdrückern der Menschheit, aber gleichzeitig fristen sie ein ebenso sinnloses Dasein wie die Menschen des Alten Imperiums und haben sich so weit von ihrer Menschlichkeit entfernt, dass sie sich kaum noch von den ihnen verhassten Maschinen unterscheiden. Die Gleichgültigkeit und Grausamkeit der Cymeks wird an zahlreichen Stellen recht drastisch beschrieben und wirkt manchmal aufgesetzt und übertrieben, jedoch ergibt ihr Verhalten im Allgemeinen Sinn und die Tragik ihrer Existenz kommt gut zur Geltung.

Ein (Neo-)Cymek. Ziemlich genau so habe ich mir diese beim Lesen
vorgestellt (Original von Jacob Atienza alias jujubjedi)
Ein weiterer interessanter Aspekt meiner Meinung nach, der ebenfalls wieder auf die grundlegende Frage des Unterschieds zwischen Menschen und Maschinen hinausläuft, ist die Tatsache, dass es sowohl auf den Maschinenwelten als auch auf einigen Planeten der Liga menschliche Sklaven gibt, die von ihren Herren als minderwertig angesehen werden. Im Buch eine große Rolle spielen dabei die Sklaven, die auf dem Planeten Poritrin gehalten werden, und die ursprünglich von abgelegenen Welten stammen, die weder der Liga noch den Synchronisierten Welten zugeordnet werden können. Diese Menschen sind Nachkommen von Flüchtlingen aus der Zeit, als das alte Imperium zerfiel und werden als feige angesehen, da sie damals keinen Widerstand gegen erst gegen die Titanen und später gegen die Übernahme durch Omnius leisteten. Es handelt sich um einfache Gemeinschaften von religiösen Menschen, die sich aus den großen Konflikten heraushalten möchten, jedoch macht sie das zu bevorzugten Quellen für Sklavenjäger. Auf Poritrin werden Sklaven neben körperlichen Tätigkeiten auch als Ersatz für Computer eingesetzt, als Rechner, die in kollektiver Leistung komplexe Gleichungen lösen, indem jeder nur kleine Einzelschritte durchführt. Sie stehen in Diensten des Weisen Holtzman, der großes Ansehen als Erfinder-Genie genießt, da er die Störfelder erfunden hat, die die wichtigste Verteidigung der Liga gegen die Maschinen darstellen. Da er seine Arbeit als absolut unverzichtbar für das Überleben der Menschheit betrachtet, rechtfertigt er damit die Sklavenhaltung und ist sogar der Ansicht, ihnen damit einen Gefallen zu tun, da sie nicht zu körperlicher Arbeit eingeteilt sind und an bedeutenden Projekten mitarbeiten "dürfen", doch wird spätestens, als es bei einem fehlgeschlagenen Test mit einem neuen Störfeldgenerator zu zahlreichen Toten unter den Sklaven kommt klar, dass er diese nicht als gleichwertige Menschen betrachtet, als er bemerkt, dass glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen sei. Als Antwort beginnen die Sklaven, seine Arbeit zu sabotieren, indem sie absichtlich winzige Fehler in die Berechnungen einbauen, die jedoch im Gesamtergebnis gravierende Auswirkungen haben und beinahe dafür sorgen, dass eine komplette Flotte mit fehlerhaften Schilden ausgestattet wird. Holtzman ist zutiefst bestürzt über dieses Verhalten und wirft den Sklaven vor, durch ihre Sabotage die Menschheit in Gefahr gebracht zu haben, womit er durchaus nicht Unrecht hat, jedoch stellt sich dem Leser unweigerlich die Frage, ob das Erreichen eines höheren Ziels die Ausbeutung eines gesamten Volks rechtfertigt.

Cover der deutschen Ausgabe
Es gibt noch weitere interessante Aspekte alleine in diesem ersten Band, auf die ich sicherlich noch zu Sprechen komme. Zum Buch selbst ist zusagen, dass ich es sehr spannend zu lesen fand, trotz des großen Umfangs von knapp 800 Seiten. Dabei sind die einzelnen Kapitel meistens recht kurz und es wird immer wieder zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin- und hergewechselt, jedoch hatte ich nicht den Eindruck, dass es dadurch zu ausufernd oder komplex werden würde oder dass es zu lange dauert, bis die Handlung in Gang kommt. Sprachlich ist zumindest die deutsche Übersetzung zwar nicht überragend und immer wieder fielen mir Formulierungen auf, die irgendwie nicht passend wirkten, aber im Großen und Ganzen war es angenehm zu lesen. Wer jedoch eine sprachliche (genau wie inhaltliche) Qualität wie die der Originalbände erwartet, wird sicherlich eine Enttäuschung erleben. Alles in Allem hat mir vor allem die Darstellung des Universums gefallen, auch wenn es hier und da sicherlich an "Prequelitis" leidet, also gezwungen wirkenden Bezügen zum Original, auch wenn ich diese zu großen Teilen nicht ganz so aufgesetzt fand wie etwa bei den neuen Star Wars-Filmen (ja,  Star Wars mit Dune zu vergleichen ist eigentlich an sich schon ein Sakrileg, aber für schlechte Prequels ist es nun mal ein Paradebeispiel). Abschließend würde ich sagen, dass ich das Buch als lesenswerte Ergänzung zu den Originalen empfand, notwendig ist es allerdings nicht, sie zu lesen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzungen und werde mit Sicherheit auch darüber wieder schreiben, sobald ich sie gelesen habe.

*Ja, ich weiß, dass die Drehbücher von Episode V und VI nicht von Lucas selbst stammen, dennoch zeichnet er zumindest für die Geschichte im Ganzen verantwortlich.

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